Zuchtuntersuchungen

Ein spezielles Einsatzgebiet ist das Röntgen auf Zuchttauglichkeit. Hiermit werden genetisch verankerte Erkrankungen wie die Hüft- oder Ellbogengelenksdysplasie festgestellt.

 

Die Untersuchung auf Hüftgelenksdysplasie:

Die Röntgenuntersuchung auf Hüftgelenksdysplasie erfolgt in Vollnarkose , weil nur so eine ausreichende Muskelrelaxation (Muskelerschlaffung) gewährleistet, und die Stabiliität des Gelenks überprüft werden kann. Die Untersuchung umfasst die Anfertigung von 1 – 2 Röntgenbildern, bei denen der Hund in Rückenlage verbracht wird. Unmittelbar nach Anfertigen der Röntgenaufnahmen darf der Hund wieder aufwachen und es kann die Besprechung der Bilder erfolgen.

 

Hüftgelenksdysplasie

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine erblich bedingte Erkrankung der Hüftgelenke. Beim gesunden Hüftgelenk umgreift die Hüftpfanne (Acetabulum) den runden und glatten Oberschenkelkopf (Femurkopf), so dass dieser tief in der Pfanne sitzt. Durch eine Fehlbildung („Dysplasie“) des Gelenks passt der Oberschenkelkopf nicht korrekt in die dafür vorgesehene Pfanne – zum Beispiel weil die Pfanne zu flach ausgebildet ist, oder der Oberschenkelkopf keine normale runde Form aufweist. Durch diese „Inkongruenz“ (= nicht zueinander passend) kommt es bei Bewegung zu einem vermehrten Abrieb der das Gelenk überziehenden glatten Knorpelflächen und es bilden sich Arthrosen.

 

Die Diagnose der Hüftgelenksdysplasie kann spätestens im Alter von 12 – 15 Monaten über eine Röntgenuntersuchung gestellt werden. In einigen Fällen kann eine Frühdiagnostik im Alter von 3 -5 Monaten erfolgen. Diese frühe Untersuchung ist v.a. bei Hunden indiziert, bei denen bekannterweise ein familiäres Risiko vorliegt. Manche Zuchtverbände schreiben die Untersuchung auf HD im Alter von 12 oder 15 Monaten vor , um ihre Zuchtprogramme zu optimieren. Aber auch bei privat gehaltenen Hunden, die zum Beispiel im Hundesport eingesetzt werden sollen oder körperliche Arbeit leisten, ist diese Untersuchung sinnvoll.

 

Ellbogengelenksdysplasie

Die Ellbogengelenksdysplasie (ED) ist ein Erkrankung der Ellbogengelenke. Betroffen hiervon sind v.a. Hunde großwüchsiger Rassen wie Labrador und Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Rottweiler etc. Neben einer genetischen Komponente werden viele Faktoren wie Wachstumsgeschwindigkeit, Belastung und Fütterung als auslösender Faktor vermutet.

 

Das Ellbogengelenk wird aus drei Knochen gebildet: dem Oberarm (Humerus) und dem Unterarm, der aus Speiche (Radius) und Elle (Ulna) besteht. Die ED beschreibt den Zustand, dass eine Abnormität in der Ausbildung des Gelenks vorliegt und umfasst Erkrankungen wie eine Stufenbildung im Gelenk, einen Gelenkchip/Gelenksmaus (Osteochondrose), den isolierten Processus anconaeus (nicht verwachsenes Knochenstück an der Elle) und die sog. Koronoiderkrankung. Bei der Koronoiderkrankung kommt es zu einer Rißbildung (Fissur) oder zu einer Absplitterung (Fragment) des inneren Kronfortsatzes – einem Knochenvorsprung der Elle.

 

Die Untersuchung auf ED erfolgt i.d.R. im Alter von 12 Monaten, kann aber in einigen Fällen auch früher, im Alter von 4 Monaten erfolgen.

 

Als Untersuchungsmethode dienen Röntgenbilder der Ellbogengelenke. Diese können i.d.R. wach angefertigt werden.

 

Untersuchung auf Patellaluxation nach den Kriterien des VdH

Diese Untersuchung ist bei einigen Rassen als Zuchtuntersuchung vorgeschrieben. Sie findet am wachen Tier statt und umfasst eine Untersuchung des Knies und der Kniescheiben.

 

Ihre Ansprechpartner:
Dr. Stephan Klumpp

Dr. Heike Karpenstein

Ellbogen im mediolateralen Strahlengang: ED 0 = kein Hinweis auf Ellbogendysplasie
Ellbogen im mediolateralen Strahlengang: ED 0 = kein Hinweis auf Ellbogendysplasie